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Der Arzt Johannes Rabnow (1855-1933) war wesentlicher Protagonist des kommunalen Gesundheitswesens in Schöneberg und Berlin bis in die ersten Jahre der Weimarer Republik. Er begründete das kommunale Gesundheitswesen mit der Tuberkulose- und Säuglingsfürsorge in Schöneberg ab 1902. Dies erfolgte u.a. im Zusammenhang mit dem Entstehen sozialer Frauenberufe. Das "Modell Schönberg" erlangte eine Vorbildfunktion und Rabnow konnte von 1920 bis 1924 als Berliner Stadtmedizinalrat seine Erfahrungen in einen größeren Zusammenhang stellen. Aufgrund seiner ostjüdischen Herkunft lassen sich beispielhaft die Mechanismen des Antisemitismus, die (erzwungene) Assimilation wie auch gesellschaftlicher Aufstieg mit einem starken sozialen Engagement nachvollziehen. Nach Rabnows Tod wurden seine Kinder Fritz und Käthe Rabnow Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung. Die vorliegende Studie analysiert auf breiter Quellengrundlage die Entwicklung der Gesundheits- und Sozialfürsorge im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts im Kontext der Berliner Stadt- und Sozialgeschichte und hebt zugleich einen Pionier dieser Entwicklung aus der durch die Nationalsozialisten verursachten Vergessenheit.
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